Stilfser Joch II

Stilfser Joch 2019

Tourlänge – 52 km
Höhendifferenz – 16 hm, 2.279 hm Anstieg, -2.295 hm Abstieg
Tourführung – Prad – Stilfser Brücke – Gomagoi – Trafoi – Neuwies – Franzenshöhe – Stilfser Joch (Passo dello Stilvio) – retour nach Prad
Unterkunft in Nauders – Rex Appartments Nauders, Unterdorfweg 214, 6543 Nauders, Österreich (5 Sterne der Redaktion)
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Es sind sechs Jahre vergangen und ich bin zum Stilfser Joch zurückgekehrt, um wieder Teil eines megastarken Events zu sein. Mit dabei sind Alex und Marcel und mein E-Bike (man wird nicht jünger). Das Wetter ist spitzenmäßig – auf dem Berg sind es 16 Grad und erst nach dem Gipfel-Pils zieht eine Regenwolke über den Berg. Doch nacheinander:
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Der Morgen beginnt mit einem Blick auf die Gipfel vor dem Balkon, der Berg ruft. Gegen acht Uhr parken wir unser Auto kurz vor Prad und machen uns tourenfertig – es geht um die legendären 48 Kehren, ohne Stress und Zeitnahme. Ziel ist es, den Pass zu erreichen, an diesem Tag gemeinsam mit 11.652 anderen Radlern. Es ist unterwegs schon überraschend, was es für Fortbewegungsmittel gibt, neben den „Stinos“ (Renn- und Treckingräder, Mountainbikes) sind das Tandems, Handbikes, Einräder und Rollskis.
Einen riesigen Dank an die Organisatoren dieses Events, eine prima Unterstützung für alle Enthusiasten, alle Infos auf der zentralen Seite Der Stilserjoch Radtag.
Von Prad geht es einige Kilometer bergauf, bis die Kehre 48 erreicht ist, die Nummerierung ist umgekehrt, Kehre 1 ist kurz vor dem Pass. Markante Punkte sind die Stilfser Brücke, Trafoi und die Franzenshöhe. Wir chillen hier ein paar Minuten – bis man sich umdreht und der Blick zur Wand hinaufgeht, die sich vor dem Pass aufbaut. Und wir stellen fest, dass noch ein Stück Weg übrig ist. In jeder Kehre geht der Blick zurück und Franzenshöhe wird immer kleiner, also sind wir schon wieder ein Stück höher. Die letzten Kehren fährt und kämpft jeder für sich, hat einen eigenen Rhythmus. Mein Rhythmus wird in Kehre 4 empfindlich gestört – der Strom ist alle. Also wird das letzte Stück geschoben – eigenartigerweise bin ich nicht viel langsamer als einige, die fahren.
Dann ist es geschafft, wir sind in einer riesigen Menge feiernder Radler angekommen, die den Anstieg bezwungen haben – dokumentiert in Tausenden Fotos unter dem Pass-Schild mit der magischen Zahl 2.760.
Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt, Panini mit Bratwurst und Sauerkraut ist zu empfehlen. Und wer etwas schaut, bekommt das Gipfelbier auch aus einem richtigen Glas.
Das Wetter schlägt dann doch noch um, produziert aber einen genialen Regenbogen, der mitten im Tal landet. In Prad gibt es eine kleine Partymeile, dann ist schon wieder alles vorbei.



Dänemark-Tour – Von Svensmarke nach Præstø

Dänemark-Tour - Svensmarke-Præstø

Tagestouren: –> Rødbyhavn-Hasselø Plantage –> Hasselø Plantage-Svensmarke –> Svensmarke-Præstø –> Præstø-Greve Strand –> Greve Strand-Kopenhagen –> Greve Strand-Vester Egesborg –> Vester Egesborg-Nyborg –> Nyborg-Skerninge –> Skerninge-Skovby –> Skovby-Sønderborg –> Skovby-Svendborg –> Svendborg-Puttgarden

Tourlänge – 71 km
Höhendifferenz – -3 hm, 384 hm Anstieg, -387 hm Abstieg
Tourführung – Svensmarke – Busemarke – Møns Klint – Borre – Stege – Koster – Kalvehave – Mern – Præstø
Unterkunft in Præstø Kirsebærkroen, Kirsebærvej 1, DK-4720 Præstø (4 Sterne der Redaktion)
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Nach dem Frühstück geht es 20 km bergauf mit einem steifen Gegenwind zum Møns Klint oder besser den Møns Klint, einer rund vier Kilometer langen und über 100 Meter hohen Kreideformation, die in direktem Gegenüber zu den Rügener Kreidefelsen stehen. Vor Ort ist es perfekt, wir können alle Taschen in großen Schließfächern unterbringen und zu einer 2-Stunden-Foto-Tour durch die Kreidefelsen starten.
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So wie es zunächst bergauf ging, geht es genauso entspannt hinab nach Stede, ein kleiner Ort gegenüber Svensmarke, nur getrennt durch den Stege Nor. Wir trinken einen sehr guten Espresso im „Gefängnis“, das von den Inhabern des Stay Sail betrieben wird. Einige Kilometer weiter fahren wir über eine Brücke hinüber nach Kalvehave und sind damit auf der Hauptinsel Seeland angekommen – das Inselhopping geht weiter.
Der Fahrradweg folgt in vielen Windungen dem Weg nach Præstø, so entschließen wir uns, einen direkteren Weg zu nehmen, dieser führt über Mern recht direkt nach Præstø. Hier kommen wir noch im Trockenen an, am Abend geht ein heftiges Gewitter hernieder, unser Zimmer erleidet einen Stromausfall, ansonsten war es aber ein entspannter Abend.

Dänemark-Tour – Von Hasselø Plantage nach Svensmarke

Dänemarktour - Hasselø Plantage-Svensmarke

Tagestouren: –> Rødbyhavn-Hasselø Plantage –> Hasselø Plantage-Svensmarke –> Svensmarke-Præstø –> Præstø-Greve Strand –> Greve Strand-Kopenhagen –> Greve Strand-Vester Egesborg –> Vester Egesborg-Nyborg –> Nyborg-Skerninge –> Skerninge-Skovby –> Skovby-Sønderborg –> Skovby-Svendborg –> Svendborg-Puttgarden

Tourlänge – 69 km
Höhendifferenz – 11 hm, 231 hm Anstieg, -220 hm Abstieg
Tourführung – Hasselø Plantage – Væggerloese – Sildestrup – Ulslev – Halskov – Hesnæs – Næsgard – Stubbekøbing – [Bustransfer] – Bogoe By – Fanefjord – Damsholte – Neble – Svensmarke
Unterkunft in SvensmarkeB&B Ton & Lies Vermeer, Søndersognsvej 96, DK-4780 Svensmarke Møn (5 Sterne der Redaktion)
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Nach der ersten (und auch letzten) Reparatur der Tour – ein Lowrider hat sich verschoben – geht es in Richtung Væggerløse, erstes Foto vor einer sehr gut erhaltenen Bockwindmühle. Es geht weiter quer übers Land, Marielyst wird ausgelassen.
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Bei Ulslev erreichen wir die freie Ostsee und folgen dem Strandweg nach Norden. Es gibt sehr schöne Abschnitte mit tief gebogenen Strandbäumen, durch die man auf die nächste Steilküste sehen kann. Bei Hesnæs erreichen wir einen ganz kleinen verträumten Fischerhafen, ungünstigerweise ist nirgendwo ein Espresso oder Radler zu bekommen.
In Næsgard kürzen wir ab und fahren auf der Landstraße direkt nach Stubbekøbing. Heute ist Nationalfeiertag, obwohl dieser nicht generell arbeitsfrei ist, sind alle Geschäfte geschlossen. Und es gibt eine kleine Unannehmlichkeit – die historische Fähre hinüber zur Insel Bogø hat Motorschaden. Allerdings stellt das Fährunternehmen einen Transporter plus Anhänger zum gegenüberliegenden Ufer bereit, so kommen wir über die 20 Kilometer entfernte Autobahnbrücke doch noch ohne Verzug weiter. Damit machen wir einen homöopathischen Abstecher auf die Insel Farø, bevor wir Bogø erreichen. Kurz danach geht es über eine schmale Landverbindung auf die Insel Møn. Wir suchen einen Kompromiss zwischen der schnurgerade verlaufenden Landstraße und dem doch recht verschlungenen Fahrradweg. So machen wir einen kleinen Abstecher zur Kirche in Fanefjord, die wegen den Kalkmalereien des sogenannten „Elmelunder Meisters“ bekannt ist.
Nächster Ort ist Damsholte, über Neble geht es rechtsseitig zum Stege Nor zum Tagesziel nach Svensmarke und der extrem zu empfehlenden Pension von Ton & Lies Vermeer, zwei Niederländern. Das Abendessen war opulent, es gab ein holländisches Bier dazu – wir lassen uns noch vom Preis überraschen, da die Karte offen war.

Dänemark-Tour – Von Rødbyhavn nach Hasselø Plantage

Dänemarktour - Rodbyhavn-Nykobing

Tourlänge – 68 km
Höhendifferenz – -2 hm, 172 hm Anstieg, -174 hm Abstieg
Tourführung – Rødbyhavn – Rødby – Holeby – Kronge – Maribo – Sakskøbing – Krenkerup – Fuglsang – Nykobing
Unterkunft in NykobingB&B Hasselø, Hasseløvej 102, Hasselø Plantage, DK-4800 Nykøning Falster (5+ Sterne der Redaktion)
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Wir sind am Vortag auf Fehmarn angereist, unsere Unterkunft liegt nur 1 km vom Fährhafen entfernt, die nächste Fähre bringt uns in 45 min nach Dänemark. Ein erstes Highlight – zwei der Ferry-Fähren sind bereits auf Gas umgerüstet. In einem anderen Land starten wir vorschriftsmäßig – der Radweg nach Rødby ist mit der Zeit etwas naturbelassen – in Zukunft weichen wir dann schon das eine oder andere Mal auf die Straße aus.
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Hinter Rødby geht es für einige Kilometer auf eine alte Bahntrasse, die Tourführung ist unverkennbar. Es geht bis Holeby, der Radweg verlässt die Trasse, um über Krønge zu fahren – hier steht eine kleine alte Kirche, die leider nicht offen war, um die empfohlene alte deutsche Grabschrift zu besichtigen.
Hinter Bursø erreichen wir wieder die Bahntrasse, der wir bis kurz vor Maribo folgen. Maribo kann einen riesigen, massiven Dom direkt am Søndersøsee vorweisen, dies ist auch ein hervorragender Rastplatz.
Wir folgen dem Radweg bis nach Sakskøbing, im Zentrum finden wir ein kleines Café mit hervorragenden Pfannekuchen.
Auf dem Weg nach Nykøbing visieren wir zwei markante Punkte an. Zunächst die Brauerei in Krungerup neben dem gleichnamigen Wasserschloss. Allerdings ist der Preis für eine 250-ml-Bierflasche mit 200 DKK (für EUR rund durch 8 teilen) derart exorbitant hoch, dass wir uns dieses Schmankerl nicht gönnen. Ein Stück weiter gibt es dann noch einen Abstecher zum Herrensitz Fuglsang (und einem Kunstmuseum), der zumindest einige sehr gute Fotomotive liefert.
Nykøbing selbst bietet auch noch ein paar sehenswerte Sichten, wir müssen aber noch ein kleines Stück weiter. Wir versorgen uns beim nächsten Lebensmittler mit dem schwarzen Hund mit dem Wichtigsten und geniessen die beeindruckende Balkonaussicht bei einem sehr guten Abendbrot. Das B&B ist sehr empfehlenswert, sehr nette Vermieter, Fahrradgarage und top moderne Ausstattung. Über WLAN verliert hier ohnehin keiner ein Wort.

Isar-Donau-Tour - Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour – Von Essing nach Neumarkt

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - Essing-NeumarktFlagge_DeutschlandTourlänge – 70 km
Höhendifferenz – +70 hm, 474 hm Anstieg, -404 hm Abstieg
Unterkunft in NürnbergHotel Burgschmiet, Burgschmietstraße 8, D-90419 Nürnberg (5 Sterne der Redaktion)
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Direkt in Essing gibt es noch zwei Fototermine: zum einen die Holzbrücke über die Altmühl, die wie ein gewundener Drache aussieht und der Blautopf, ein türkisblauer Tümpel, der seinem Namensvetter in Blaubeuren zum Verwechseln ähnlich ist.
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Entlang der Altmühl zwischen Kehlheim und Dietfurt gibt es den Archäologiepark Altmühltal, dazu zählt auch eine komplette Siedlung direkt am Radweg.
Die Altmühl ist auch mit dem alten Ludwig-Donau-Main-Kanal verwoben, besonders die Schleusen sind noch gut erhalten bzw. wurden rekonstruiert. eine Reihe von Schautafeln präsentiert hierzu viel wissenswertes.
Dietfurt bleibt durch das markante Rathaus mit dem vielgezackten Giebel in Erinnerung, davor gibt es den Chinesenbrunnen, der auch schon aus dem Jahre 1962 stammt.
Dann geht es über weite Strecken am LDMK entlang bis nach Neumarkt. Nach einer kurzen Ortsbesichtigung ist die eigentliche Radtour am Bahnhof zu Ende, eine in Summe top Tour. Da wir eine Übernachtung in Nürnberg gebucht haben, fahren wir die letzen Kilometer mit der Regionalbahn. Unser Hotel liegt sehr zentral direkt unterhalb der Burg, Tripadvisor empfiehlt als Abschluss ein top Restaurant, am nächsten Morgen geht es mit dem Zug zurück nach Leimen.

Isar-Donau-Tour - Essing-Kehlheim

Isar-Donau-Tour – Von Essing nach Kehlheim

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - Essing-KehlheimFlagge_DeutschlandTourlänge – 27 km
Höhendifferenz – -10 hm, 153 hm Anstieg, -163 hm Abstieg
Unterkunft in EssingFelsenwastlwirt, Unterer Markt 19, D-93343 Essing (5+ Sterne der Redaktion)
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Beim Einchecken und der Inbesitznahme unserer Unterkunft haben wir uns spontan entschlossen, einen Tag im Altmühltal anzuhängen und damit das Tourende von Nürnberg nach Neumarkt vorzuverlegen.
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Gleichzeitig bietet sich aber die Möglichkeit zu einem fantastischen Tagesausflug nach Kehlheim, zum Donaudurchbruch und zum Kloster Weltenburg, drei Topziele. Beschreibungen hierzu gab es schon auf anderen Touren, wir sind schon öfter an diesem Kreuzungspunkt von Flüssen, Kanälen und Radtouren vorbeigekommen.
Deshalb der Vollständigkeit halber die Verweise auf die wichtigsten Tourenziele:
Über der Stadt thront die gigantische Befreiungshalle, in der Stadt gibt es das Brauhaus einer deutschlandweit bekannten Schneider-Brauerei, die nur Weißbier produziert. Der Biergarten hat den Charme eines mittelalterlichen Burghofes mit vielen Bäumen und Rankelpflanzen.
Besonders umweltfreundliche Schiffe fahren dann durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg mit seiner süffigen Schwarzbierbrauerei. Das Kloster ist Weltkulturerbe, sicher kennen viele die Fotos, wie zum einen das Donauhochwasser siegte und Jahre danach genau diesem Hochwasser wieder getrotzt wurde.
Der Abend klingt im dagegen sehr kleinen Biergarten des Felsenwastlwirts aus, die Freundlichkeit der Wirtsleute und das gute Essen und Trinken sind überzeugend.

Isar-Donau-Tour - Wörth-Essing

Isar-Donau-Tour – Von Wörth nach Essing

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - Wörth-EssingFlagge_DeutschlandTourlänge – 72 km
Höhendifferenz – +30 hm, 453 hm Anstieg, -423 hm Abstieg
Unterkunft in EssingFelsenwastlwirt, Unterer Markt 19, D-93343 Essing (5+ Sterne der Redaktion)
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Wir sind Abschnitte der heutigen Tagestour schon auf früheren Radreisen gefahren und wissen genau, dass uns heute einige Highlights erwarten. Zunächst lassen wir Wörth mit einer top Radlerunterkunft hinter uns, wir blicken noch einmal über die Schulter zurück und sehen das Schloss über der Stadt thronen. Dann hat uns der Donauradweg wieder. Es ist auch nicht zu übersehen, dass dies hier einer der beliebtesten Radwege Deutschlands, wenn nicht Europas ist – gut ausgebaut und frequentiert von Gleichgesinnten, an deren Gepäck man sieht, dass der Weg etwas weiter ist. Die ganz Harten haben schließlich bis zum Schwarzen Meer noch etwas über 2.000 Kilometer vor sich. Darüber denkt oder träumt man so lang hin, während der Weg meistens hinter dem Deich auf glattem Asphalt verläuft.
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Nach 20 ruhigen Kilometern dann der erste Fototermin, rechter Hand von uns liegt auf einem Hügel die Walhalla – hier hatte Ludwig I. 1842 einen Ehrentempel vollenden lassen, der fast ein identischer Nachbau des griechischen Tempels auf der Akropolis ist. Nur die Götter sind ein paar andere, Walhalla geht auf den nordischen Göttervater Odin zurück, genaueres bei Wikipedia oder meiner Lieblingssuchmaschine.
Ein Dutzend Kilometer weiter erreichen wir Regensburg, beim Überqueren der Donau und dem Blick auf die Altstadt mit Schiffsanlegestelle, Dom, Steinerner Brücke und Brückturmgebäude ist dann wieder dieses Wow-Gefühl da – diese Aussicht hat etwas. Das haben auch andere schon honoriert, die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Und noch ein ganz großer Name steht für Regensburg – hier lebte und forschte Kepler, das ist der, für den die Sonne das Zentrum unserer Welt ist.
Einige Dutzend Fotomotive später verlassen wir die Altstadt und fahren auf einem feinst geschotterten Uferweg weiter. Ein kleiner Hinweis in Sachen Hitzebewältigung: Auf diesen nächsten fünf Kilometern finden sich mehrere Badestellen direkt an der Donau, die Räder bleiben unter direkter Kontrolle, kein Eintritt.
Kurz vor Bad Abbach fällt die Charbonnieres-les-Bains auf, eine Nur-Fußgänger-und-Fahrradbrücke über die Donau, die von einer einzigen Pylone getragen wird – wie gesagt: imposant. Von diesem Punkt aus kann man den nächsten Etappenort Kehlheim sowohl links- als auch rechtsseitig der Donau erreichen, rechtsseitig ist es ruhiger und auch geschottert, linksseitig asphaltiert und auch etwas Industriegegend – bitte entscheiden.
Das man sich der Stadt Kehlheim nähert, erkennt man ganz deutlich an einem schon von weitem sichtbaren Gebäude, über der Stadt thront die Befreiungshalle, auch diese wurde wie die Walhalla von König Ludwig I. initiiert. Wer den etwas beschwerlichen Anstieg nicht scheut, kann ein kuppelüberspanntesBauwerk mit einem Durchmesser von 45 Metern und einer Höhe von knapp 30 Metern besichtigen, der Kuppelsaal wird von 18 riesigen Statuen umfasst.
Kehlheim ist aus einem anderen Grund aber noch ein Eldorado für Radler, hier kreuzen sich (mindestens) drei große Radwege – der Donauradweg, der Altmühltalradweg und der Fünf-Flüsse-Radweg. Aus diesen Erfahrungen heraus wissen wir, warum ein Stopp, wenn nicht sogar ein Etappenziel in Kehlheim zu empfehlen ist: Hier ist der Stammsitz und damit das Brauhaus einer sehr bekannten Weissbierbrauerei. Den Biergarten kann man nur empfehlen, es gibt auch eine gute regionale Küche dazu.
Wir waren mit unserer Unterkunftssuche diesmal wohl etwas spät dran, wir haben hier nichts mehr gefunden. Am Ende des Tages kann aber gesagt werden, vielleicht war das sogar ganz gut so. Wir sind sechs Kilometer in das Altmühltal hineingefahren bis Essing, nur noch ein Katzensprung. Hier sind wir beim Felsenfastlwirt untergekommen, wir haben spontan noch einen Tag vor Ort rangehängt. Dafür sind zwei Punkte entscheidend gewesen. Zum einen ist es die Location selbst, ein uriger Landgasthof vor einem riesigen Felsblock, in der Abendsonne angestrahlt, davor ebenfalls ein (zugegebenermaßen kleinerer) Biergarten, von unserer Dachterrasse haben wir einen Blick ins Altmühltal und über den Fluss.
Wesentlich gewichtiger ist aber die Aussicht, was am morgigen damit radtourenfreien Tag auf dem Programm steht. Es ist zwar für uns eine Wiederholung, erzeugt aber so etwas wie Vorfreude: Wir schaffen noch den Abstecher zum Kloster Weltenburg und nutzen dafür die Bootsfahrt durch den Donaudurchbruch. Die Schwärmerei darüber ist im morgigen Abschnitt zu lesen.

Isar-Donau-Tour - Deggendorf-Wörth

Isar-Donau-Tour – Von Deggendorf nach Wörth

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - Deggendorf-WörthFlagge_DeutschlandTourlänge – 65 km
Höhendifferenz – +17 hm, 360 hm Anstieg, -343 hm Abstieg
Unterkunft in WörthGasthof Butz, Kirchplatz 3, D-93086 Wörth a.d. Donau (5+ Sterne der Redaktion)
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Die Tour beginnt mit dem zweiten großen Abschnitt, wir folgen dem Donauradweg flußaufwärts. Der Radweg ist zunächst unspektakulär, nach dem Erreichen der Stadtgrenze kann man auf den Hauptdeich einschwenken und diesem einige Kilometer folgen. Danach wird auf einen Wirtschaftsweg gewechselt, der vor dem Deich verläuft. Nächster markanter Punkt ist Mariaposching, weithin sichtbar durch seine Dorfkirche. Ansonsten rollt es die nächsten fünfundzwanzig Kilometer ruhig dahin. Wir passieren Bogen, Reibersdorf und Hornsdorf. Hier macht der Radweg eine Schleife in südlicher Richtung, nach zwei Kilometern ist Straubing erreicht.
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Dieser Ort hat dem ersten Eindruck nach den Charme einer Oase in der Wüste. Nachdem am Deich nicht viel passiert ist, pulsiert hier wieder das Leben. Das Zentrum ist geprägt von mehreren großen Türmen und Kirchen, vieles lädt zum Shoppen und Geniessen ein. Es ist auch heute angenehm warm, es gibt aber genug Auswahl an schattigen Plätzchen zum Brunchen.
Wir verlassen die Stadt, indem wir die in Hornsdorf begonnene Schleife in Sossau fast wieder schließen, es geht weiter den Deich entlang.
Hinter Pondorf folgen wir nicht dem ausgeschilderten Donauradweg, sondern fahren geradeaus über die Autobahn A3 nach Pillnach, wir suchen vor dem Tagesziel noch nach einer Rastmöglichkeit. Es dauert aber weitere fünf Kilometer, bis wir in Hofdorf im Schatten einer riesigen Kastanie an einem eigentlich noch geschlossenen Wirtshaus zwei kühle Radler bekommen – der Wirt ist auf unserer Seite.
Der letzte Sprung erfolgt dann nach Wörth a. d. Donau, auch dieser Ort ist von einem schmucken Schloss gekrönt. Eine Besichtigung des Ortskerns zeigt, dass es ausschließlich gut sortierte kleine und mittlere Geschäfte gibt, die alles abdecken, was man braucht.
Doch der Clou ist unsere Unterkunft – der Gasthof Butz, angeschlossen an die Fleischerei gleichen Namens. Unser Zimmer ist die Wucht, funkelnagelneu und hochmodern, wir haben keine Wünsche mehr. Und vor dem Gasthof liegt gleich der Biergarten mit einer Top-Karte – es ist ja schließlich eine Fleischerei in der Hinterhand. Und was uns eigentlich am meisten interessiert, wie unsere Radl unterkommen – die Fahrradgarage ist ein Traum. Wir lieben diese alternativen Modelle abseits von den klassischen Unterkünften, in Italien gibt es so etwas ähnliches in Form der Agriculturas. In Deutschland kennt man dieses z. B. auch in Form der Strausswirtschaften mit angeschlossener Übernachtung – es ist am Ende des Tages einfach nur kultig.

Isar-Donau-tour - Landshut-Deggendorf

Isar-Donau-Tour – Von Landshut nach Deggendorf

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - Landshut-DeggendorfFlagge_DeutschlandTourlänge – 79 km
Höhendifferenz – -37 hm, 535 hm Anstieg, -608 hm Abstieg
Unterkunft in DeggendorfHotel Donauhof, Hafenstraße 1, D-94469 Deggendorf (4 Sterne der Redaktion)
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Heute ist es denkbar schnell und einfach, den Tourenweg zu finden – an der nächsten Brücke auf die rechte Seite wechseln und dem Fluss folgen. Zunächst geht es am Altheimer Stausee entlang, dann passieren wir das Kraftwerk Isar, schnell als AKW auszumachen – nur Kühltürme und kein richtiger Schornstein.
Dem Fluss folgend kommen wir an Niederviehbach und Loiching vorbei, nächster größerer Ort mit der Cappucchino-Qualifikation ist Dingolfing. Vor diesen Genuss haben fiese Wegeplaner aber eine Brückenbaustelle gesetzt, folglich steht mitten auf dem Deich ein Schlagbaum und ein Wegweiser nach rechts durch eine kleine Niederung. Hier geht es über eine Holzbrücke mit Stufen hinunter und wieder hinauf – eine wirklich schöne Konditionseinlage.
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Hinter Dingolfing erkennt das geübte Radlerauge massive Randsteine mit Zahlen darauf, wir fahren auf der ausgebauten Trasse der Bahnstrecke Plattling-Pilsting-Rosenheim, die im Jahre 1969 stillgelegt wurde. Diese Erkenntnisse kommen diesmal in erster Instanz nicht von Google, sondern von einer umfangreichen Infotafelreihe, die irgendwo unterwegs zwischen Mamming und Landau a. d. Isar steht. Zwischen den beiden Orten gibt es etwas weiteres Sehenswertes – den Wachsenden Felsen von Usterling. Das ist jetzt nicht der Tagestemperatur geschuldet, sondern fast eine kleine geologische Sensation – eine Gesteinsscheibe aus Quellkalk, die rund 40 Meter lang und fünf Meter hoch ist. Wie magisch fließt auf der Oberkante ein kleines Rinnsal hinab, das Ganze ist von Moos eingehüllt – zugegebenermaßen etwas mystisch.
Auf diesem Wegabschnitt ist noch etwas zunächst eigenartiges zu finden – richtig dicke Bäume sind umgestürzt und liegen im Flusswasser. Tritt man dann etwas näher, sieht man die Ursache – das war ein Biber. Wenn dann ein Holzspan die Größe von einem Handteller hat, kann man sich vorstellen, dass das Tierchen einen ganz schönen Biss hat.
In Plattling wechseln wir auf die linke Flussseite, statten der Innenstadt einen Fotobesuch ab und fahren über Pankofen und Fischerdorf an die Donau heran. Gegenüber liegt das Tagesziel Deggendorf. Über eine doch schon etwas größere Brücke geht es in die Stadt, gleich am Donauufer liegt unsere Unterkunft. Und dieser zweite Fluss auf unserer Tour ist schon eine etwas andere Hausnummer, heute schläft der Riese. Deggendorf ist eine Universitätsstadt, das zeigt auch die Innenstadt – viele Locations und noch mehr quirliges Publikum, wir finden einen kuschligen Platz in einem ruhigen Biergarten und relaxen nach dem Geschafften.

Isar-Donau-Tour - München-Landshut

Isar-Donau-Tour – Von München nach Landshut

Tagestouren: –> Mittenwald-Bad Tölz –> Bad Tölz-München –> München-Landshut –> Landshut-Deggendorf –> Deggendorf-Wörth –> Wörth-Essing –> Essing-Kehlheim –> Essing-Neumarkt

Isar-Donau-Tour - München-Landshut Flagge_DeutschlandTourlänge – 81 km
Höhendifferenz – -124 hm, 393 hm Anstieg, -517 hm Abstieg
Unterkunft in LandshutRestaurant-Cafe-Pension Himmel, Isargestade 734, D-84028 Landshut (5 Sterne der Redaktion)
Wegbeschaffenheit – Asphalt, ruhige Landstraßen, Schotter
Schwierigkeitsgrad – leicht
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Heute geht es von München nach Landshut, entfernungsmäßig etwas anspruchsvoller (in Summe werden es knapp 100 km sein), ansonsten geht es aber über „plattes Land“. Die Entfernung ist etwas hausgemacht, in München war an der Route keine passende Übernachtung zu finden und so mussten wir mit unserer Unterkunft in Richtung Nymphenburg ausweichen – das hat uns gestern bereits unplanmäßige zwölf Kilometer gekostet und heute natürlich genauso viele, um wieder an die Route heranzukommen. Das Ganze konnte aber gefühlt stark entspannt werden, der imaginäre Ausgangspunkt der heutigenRoute war der Viktualienmarkt, der als erstes erreicht werden musste.
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Da wir wussten, dass es zunächst da draußen in den Isarauen nicht gleich eine Wirtschaft geben wird, belohnten wir uns vorab mit Leberkäs (alttypisch) und frisch gepresstem Mango-Limone-Orangensaft (neutypisch) an einem coolen Saftstand. (Siehe auch Statement von gestern )
Es geht alles wieder sehr schnell – Richtung Westen starten bis zur nächsten Isarbrücke und nach Norden auf den Isarradweg einschwenken. Dann bis Landshut gefühlt immer geradeaus fahren, zumindest theoretisch.
Über Freising bis nach Moosburg folgt der Radweg permanent dem Flusslauf der Isar, folglich geht es in weiten Bögen durch die Landschaft. Die wird links und rechts noch durch ein paar hundert Meter Auenlandschaft komplettiert und fertig ist ganz nebenbei ein Naturschutzgebiet. In der Folge fährt man glatte 50 Kilometer am Fluss entlang, ohne eine Stadt oder Kommune zu durchqueren. Wer einen Abstecher wünscht, muss die Wegweiser genau beachten und jeweils einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.
Während wir so versonnen durch die Landschaft radeln, wird ein Stück vor Freising der Fluglärm des Münchener Flughafens sehr deutlich lauter, wir unterqueren die Einflugschneise. Uns wird bewusst, hier nicht wohnen zu wollen, formal gesehen ist diese Belästigung auf Dauer eine Zumutung. Die Zivilisation hat auch Nachteile.
Wie schon angedeutet ist der nächste markante Ort Freising. Dies ist nicht zu übersehen, beim Schwenk um die letzte Kurve und bei freier Sicht über die Auen thront auf einem Hügel der Freisinger Dom – ein Bauwerk zusammen mit allen Nebengebäuden von überragenden Dominanz. Etwas trickreich ist es dann, in die Stadt zu gelangen, der Bahnhof versperrt den Weg. Ein kleiner Tipp – konsequent rechts halten, hier öffnet sich ein kleiner Durchgang über eine noch kleinere Brücke, und schon ist es geschafft.
Die Innenstadt von Freising lädt zum Pausieren ein, die Entscheidung fällt am Ende wie immer zwischen den zwei Klassikern Cappucchino und Weissbier. Um die gebotene Vielfalt an Locations unter Kontrolle zu bekommen und da die Bummelzonen auch endliche Ausmaße aufweisen, haben wir eine (sicher nicht neue) Vorgehensweise entwickelt: So stark das Durstgefühl auch ist, wir fahren die Bummelzone einmal hoch und einmal runter und können dann das für uns optimale Angebot nutzen.
Der nächste Abschnitt erzählt dann wieder ein paar kleine Geschichten. So ist es ein Fliegenfischer, der mitten im Strom steht und sein Glück versucht. Die letzte Begegnung dieser Art hatten wir an der Drau in Tirol. Der Fluss bringt aber auch eine weitere Message rüber – pure Naturbelassenheit. Zum einen kommt der Fluss aus den Alpen und hat im Sommer nur einen Bruchteil des Wassers als zur Schneeschmelze. Folglich besteht das Flussbett fast nur aus Schotter, dazwischen etwas Wasser. Und diese Konstellation sieht überall anders aus. Die Gewalten des Winters sieht man aber auch an anderen Stellen. Zum einen befinden sich abgerundete Baumstämme an Stellen, wo diese eigentlich normalerweise nicht hingehören. Und dann gibt es Barrieren aus Bruch- und Schwemmholz, die unentwirrbar erscheinen.
Zwanzig Kilometer weiter wird Moosburg erreicht. Und auch diese Stadt bietet wieder etwas Besonderes: die Silhouette der Stadt ist geprägt von zwei alles überragenden Kirchtürmen, die aber so nah beieinander stehen, dass sie wie ein Ganzes wirken und in Summe ein wuchtiges Gefühl ausstrahlen.
Das Gesicht der Isar ändert sich hinter Moosburg noch einmal– zumindest wie wir Reisende es sehen. Denn es stellt sich schon als schwierig heraus, zu erkennen, ob man wirklich die „originale“ Isar vor sich hat oder einen parallelen Flusslauf oder Kanal. Wir sind an mehreren Stauseen vorbeigekommen, da war nicht mehr viel von der Quirligkeit eines Alpenflusses. Auf dem Uppenborner Stausee flannierten Dutzende von Schwanenpärchen, es ist Ruhe eingekehrt.
Wir haben es nur noch sechs Kilometer bis Landshut und komme durch Eching, der Ort hat nur ein paar Dutzend Häuser. Ein anderer Punkt ist wesentlich ansprechender – eine Ausflugsgaststätte direkt mit Blick auf das Wasser und einer hervorragenden Küche, damit wird zumindest das Abendessen vorgezogen.
Nach der letzten kurzen Anstrengung erreichen wir Landshut, die Pension liegt direkt am Ufer mit Blick auf die Stadtkullisse – markant gespickt mit einigen wuchtigen Kirchen und Bürgerhäusern und überthront von der Burg Trausnitz. Auch hier lohnt sich ein Fototermin im Stadtzentrum mit einer Reihe an Urlaubsmotiven.